Montag, 23. September 2013

Panabo und Karaoke (22.09. + 23.09)

Montag früh fuhren wir mit dem Taxi nach Panabo, das ungefähr 60km von Davao entfernt ist. Hier ist die von der Lotus Stiftung gegründete "Life Enrichment School for Children" angesiedelt, in der ich bald unterrichten werde.

Panabo selbst ist sehr klein und eher ländlich. Bis zum Meer ist es nicht weit, aber die Strände hier sollen durch das verschmutzte Wasser der Slums nicht so schön sein. Herr Heumann hat aber geplant, am Wochenende mit der Familie an einen etwas entfernten Strand zu fahren, ich bin gespannt... dazu muss man sagen, dass die Filipinos selbst zum Schwimmen keine Bikinis tragen, sondern Shorts und T-Shirt, weil alle so konservativ sind.

Der erste Eindruck von der Schule war sehr gut, die Ausstattung ist (v.a. mit den anderen Schulen hier verglichen) sehr gut und wir wurden herzlich von den 120 Kindern empfangen. Zur Begrüßung nehmen sie die Hand des Gegenübers und führen sie an die Stirn, was eine Art Segnung darstellen soll.

Mit meinem Zimmer bin ich bisher sehr zufrieden, es ist zwar klein, aber hell, ich habe einen Ventilator (bitter nötig) und eine funktionierende (!) Deckenbeleuchtung. Um Internetverbindung zu haben, habe ich mir einen "Highspeed-Webstick" geleistet... highspeed ist daran aber wirklich nur der Preis.


Bilder vom Zimmer werden später folgen, weil ich derzeit noch mehrere Butikis (kleine Eidechsen, fast wie Geckos), viele Ameisen und noch mehr Moskitos als Mitbewohner habe und erstmal alles säubern und einigermaßen wohnlich gestalten will.


In der Schule gibt es einen Teich, weshalb einem nachts schonmal ein Frosch über den Weg läuft.

Die Lehrerinnen sind alle noch sehr jung (die Jüngste ist 21, die Älteste 30) und wirklich nett und herzlich. Sie möchten mir Bisaya/Visaya (den örtlichen Dialekt des Tagalogs) beibringen und im Gegenzug deutsch lernen. Montag Abend waren wir noch in einer Art Bar.


Ja, die Qualität ist furchtbar, aber man kann es erahnen.


Die Kolleginnen und das "Mädchen für alles" 


Red Horse Bier. Ist etwas sehr bitter, aber ganz erträglich.

Das Klischee hat sich bewahrheitet... In der Bar, in der wir waren, gab es NATÜRLICH eine Karaoke-Maschine und mir wurde erzählt, dass die Filipinos insbesondere und die Asiaten generell sehr gerne Karaoke singen, vorwiegend Liebesschnulzen (auf Tagalog). Gottseidank gab es für mich aber noch "Rolling in the deep" und "Love Story" (die Taylor-Swift Version) zur Auswahl. 

Homosexuelle gehen hier sehr offen mit ihrer Sexualität um, werden allgemeint "gays" gerufen und werden komplett akzeptiert, was ich gerade in einem so christlichen Land nicht erwartet hätte. Vor allem die Männer tragen gerne Highheels, schminken sich, haben lange Haare und sehen teilweise besser aus als die Mädchen... in der Bar gestern hat ein gay zu "let's get loud" getanzt und hatte den ganzen Applaus auf seiner Seite.

Es war ein sehr schöner Abend und ich habe mich zum ersten Mal hier ein wenig heimisch gefühlt.


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