Der Tag begann nach einem (spärlichen) Frühstück im Hotel mit einem Besuch in der australischen Botschaft. Da der Botschafter selbst und seine Sekretärin die Stiftung sowohl finanziell als auch menschlich sehr unterstützt hatten, wollte Herr Heumann sich bedanken und ein Geschenk hinterlassen. Als Transportmittel dorthin diente uns wie so oft das Taxi, da es nicht viel teurer als der Bus ist und man sehr komfortabel von A nach B kommt (fast alle Fahrzeuge und Gebäude verfügen über eine Klimaanlage, gottseidank). Wie bereits berichtet ist Makabi ein Geschäftsviertel und dementsprechend sieht die Botschaft aus, sehr modern, riesig groß, verglast, Marmor überall, ein schönes Rondell im Eingangsbereich und richtig stylische Uniformen für die Angestellten. Ich hatte leider keine Kamera dabei, aber sie wäre mir ohnehin abgenommen worden, denn es gab strenge Sicherheitskontrollen wie am Flughafen und fotografieren war nicht gestattet. Außerdem kommt man ohne Magnetstreifen-Karte, die man sich nach der Anmeldung am Empfang abholt, nicht mal in den Aufzug (und mit Karte nur in die Stockwerke, die auf die Karte programmiert sind).
Der Botschafter selbst war leider nicht im Haus, aber seine Sekretärin war sehr nett und man konnte sich gut mit ihr unterhalten.
Allgemein kann man sagen, dass hier wirklich jeder gut Englisch spricht und auch alle Hinweisschilder, Zeitungen, Speisekarten etc. auf Englisch verfasst sind. Ich bin gespannt, ob sich das in ein paar Tagen in Davao/Panabo (in der Provinz) ändern wird.
Danach aßen wir bei jollibee zu Mittag. Jollibee ist quasi die philippinische Version von McDonalds, der hier aber vergleichsweise teuer ist. Generell ist es schwer, wirklich asiatisches Essen zu finden, weil alles sehr ans amerikanische angelehnt ist, Burger, Brownies, Pizza, Hotdogs, Hühnchen in allen Variationen, Popcorn, Steak, Cupcakes etc. sind hier sehr beliebt. Außerdem gibt es für viele Ausdrücke oder Dinge (z.B. ice-cream oder cake) kein Wort in Tagalog, weshalb viele Filipinos eine bunte Mischung aus beidem sprechen. Shoppen ist quasi Volkssport (neben Karaoke singen, das ist nicht nur ein Klischee) und dementsprechend groß sind die Malls.
Gegen 16 Uhr brachen wir nach einer kurzen Pause im Hotel auf, um Maries Familie (Schwester+ Bruder, Marie hat 11 Geschwister!) außerhalb von Manila zu besuchen. Dazu fuhren wir zuerst eine halbe Stunde mit der Metro, die unserer S-Bahn sehr ähnelt, aber nicht auf gleichem Niveau wie die Autos und Busse, sondern ca. 10 Meter höher auf einer Schiene fährt, ähnlich einer Achterbahn.
Schon dort merkt man den deutlichen Unterschied zu Manila, alles wird zunehmend schmutziger, grauer, heruntergekommener und überall stehen Stahlkonstruktionen und Reklametafeln, Müll liegt überall.
Mit dem Taxi ging es danach noch ca. eine Stunde weiter und man konnte die Veränderung beobachten.
Englische Übersetzungen sind nicht immer sinngemäß...
Religion hat einen hohen Stellenwert (80% der Filipinos sind Katholiken). Die Kirchen sind riesig und werden durch die horrende Kirchensteuer finanziert.
Ein Jeepney-Bahnhof direkt nach unserer Ankunft in der Vorstadt (ca. 1,5h von Manila), später mehr dazu.
Maries Schwester holte uns mitsamt Kind ab und wir machten uns mit dem Tricycle auf den Weg zu ihrem Zuhause. Ein Trycycle besteht aus einem Motorrad und einem winzig kleinen Beiwagen, von dem man Angst hat, dass er sich in den nächsten Sekunden verabschiedet. Man lernt die Umgebung dabei auf besonders intensive Weise kennen, weil man jedes Schlagloch spürt.
Bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich die Umgebung außerhalb Manilas zwar als schäbig und hässlich bezeichnet (v.a. weil ich ein paar Stunden vorher noch in der Hauptstadt im Geschäftsviertel gewesen war und den direkten Vergleich hatte). Aber als ich nach der Fahrt aus dem Trycycle ausstieg, war ich quasi in einer anderen Welt.
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