Sonntag, 29. September 2013

Life Enrichment School for Children

Nachdem ich in den letzten Tagen hauptsächlich Freunde daheim besucht habe, beim Zumba war, mein Zimmer geputzt habe, die Broschüre der Lotus-Stiftung auf Englisch übersetzt habe und unterwegs war, folgen heute Bilder der Schule.



Der Blick aus der Tür der Office/Schneiderei, an die mein Zimmer angrenzt. Im Gebäude auf dem Bild ist die Ausbildungsbäckerei untergebracht und außerdem ein Schuppen.

 
Der Pavillon mit einem Dach aus Palmblättern, dort sitzen oft die Eltern der Schüler zum Reden und Warten


Der erste Pfad rechts führt zur Ausbildungsbäckerei und hinter den Bäumen sieht man rechts wieder den Pavillon. Vom Hauptweg geradeaus zweigen links jeweils die Klassenzimmer ab und das weiße runde Gebäude im Hintergrund ist die Bibliothek/Verwaltung.


Der Schulteich, von dem aus uns die Frösche immer abends besuchen kommen. Rechts wieder die Bäckerei, vom Hauptweg aus gesehen.


Eine Bank rund um den Baum, sie besteht aus Bambus und wurde extra für das Stiftungsjubiläum erneuert.
Man sieht den Hauptweg jetzt aus der anderen Richtung, im Hintergrund wieder Pavillon und Ausbildungsbäckerei.


Die Bibliothek/Verwaltung, hier befindet sich Annies Büro (Projektleitung) und hier sitzen die Lehrer immer zum Mittagessen oder bei Meetings.


Wieder vom Hauptweg aus, links Klassenzimmer, rechts der Weg zum Haupt-Gartentor und zur Bibliothek/Verwaltung.




Die Tür zum Kindergarten, der aber eher wie die Vorschule in Deutschland abläuft. Generell ist das System der Life Enrichment School am deutschen Bildungssystem orientiert. Es gibt vier Klassenzimmer- für Nursery/Kindergarten und jeweils für die Grades/Klassen 1-3. Für die Berufsausbildung wurden die Schneiderei und die Bäckerei (auf den Fotos zu sehen) gebaut und bald soll eine Schreinerei folgen.


Ein Klassenzimmer. Im Vergleich zu anderen Schule ist die Life Enrichment School sehr gut ausgestattet, außerdem sitzen hier -im Gegensatz zu den meisten öffentlichen Schulen mit 60 oder mehr Schülern pro Klasse- nur maximal 30 Kinder in einem Raum.

 



Donnerstag, 26. September 2013

Früchte und volles Programm

In den letzten Tagen durfte ich einige exotische Früchte probieren... es gibt sie hier fast das ganze Jahr über und das auch noch sehr günstig.


The Durian- auch Stinkfrucht genannt. Ich habe vor meiner Abreise ein südostasiatisches Kochbuch überflogen... der Geruch der Durianfrucht wurde dabei als der von "verfaulten Eiern, alten Gummireifen und stinkenden Socken, eingelegt in Terpentin" beschrieben und das trifft es ganz gut. Man kann sie geöffnet nicht in der Wohung herumliegen lassen, der Geruch ist überall.


Sie erinnert innen und außen sehr an eine Kastanie.


In der Mitte jedes Segments befindet sich ein großer Kern. Das Fruchtfleisch ist nicht fest oder faserig, sondern sehr cremig und weich und der Geschmack ist sehr eigenwillig und auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig.


The Marang. Auch hier muss man die einzelnen "Stücke" um den Kern herum abschlabbern, weil das Fruchtfleisch weich ist. Sie schmeckt hauptsächlich nach Zucker.


Die Frucht des Kakao-Baums. Inmitten des Fruchtfleisches, das süß und leicht säuerlich schmeckt, findet man die eigentliche Kakaobohne. My favorite...

Morgen findet in der Schule eine Feier anlässlich des 7. Jubiläums statt. Jede Klasse hat eine performance, Herr Heumann hält eine "inspiring speech", die Lehrerinnen tanzen und ich darf "Über den Wolken" spielen (weil sich viele ein deutsches Lied gewünscht haben.) 
Außerdem proben wir seit gestern jeden Abend eine Zumba-Performance, weil am 3. Oktober eine Art Wettkampf zwischen mehreren Schulen stattfindet und die Lehrer gegeneinander antreten. Davor (um drei Uhr morgens Ortszeit!) findet noch ein Lauf statt, tagsüber wäre es zu heiß dafür.



Montag, 23. September 2013

Panabo und Karaoke (22.09. + 23.09)

Montag früh fuhren wir mit dem Taxi nach Panabo, das ungefähr 60km von Davao entfernt ist. Hier ist die von der Lotus Stiftung gegründete "Life Enrichment School for Children" angesiedelt, in der ich bald unterrichten werde.

Panabo selbst ist sehr klein und eher ländlich. Bis zum Meer ist es nicht weit, aber die Strände hier sollen durch das verschmutzte Wasser der Slums nicht so schön sein. Herr Heumann hat aber geplant, am Wochenende mit der Familie an einen etwas entfernten Strand zu fahren, ich bin gespannt... dazu muss man sagen, dass die Filipinos selbst zum Schwimmen keine Bikinis tragen, sondern Shorts und T-Shirt, weil alle so konservativ sind.

Der erste Eindruck von der Schule war sehr gut, die Ausstattung ist (v.a. mit den anderen Schulen hier verglichen) sehr gut und wir wurden herzlich von den 120 Kindern empfangen. Zur Begrüßung nehmen sie die Hand des Gegenübers und führen sie an die Stirn, was eine Art Segnung darstellen soll.

Mit meinem Zimmer bin ich bisher sehr zufrieden, es ist zwar klein, aber hell, ich habe einen Ventilator (bitter nötig) und eine funktionierende (!) Deckenbeleuchtung. Um Internetverbindung zu haben, habe ich mir einen "Highspeed-Webstick" geleistet... highspeed ist daran aber wirklich nur der Preis.


Bilder vom Zimmer werden später folgen, weil ich derzeit noch mehrere Butikis (kleine Eidechsen, fast wie Geckos), viele Ameisen und noch mehr Moskitos als Mitbewohner habe und erstmal alles säubern und einigermaßen wohnlich gestalten will.


In der Schule gibt es einen Teich, weshalb einem nachts schonmal ein Frosch über den Weg läuft.

Die Lehrerinnen sind alle noch sehr jung (die Jüngste ist 21, die Älteste 30) und wirklich nett und herzlich. Sie möchten mir Bisaya/Visaya (den örtlichen Dialekt des Tagalogs) beibringen und im Gegenzug deutsch lernen. Montag Abend waren wir noch in einer Art Bar.


Ja, die Qualität ist furchtbar, aber man kann es erahnen.


Die Kolleginnen und das "Mädchen für alles" 


Red Horse Bier. Ist etwas sehr bitter, aber ganz erträglich.

Das Klischee hat sich bewahrheitet... In der Bar, in der wir waren, gab es NATÜRLICH eine Karaoke-Maschine und mir wurde erzählt, dass die Filipinos insbesondere und die Asiaten generell sehr gerne Karaoke singen, vorwiegend Liebesschnulzen (auf Tagalog). Gottseidank gab es für mich aber noch "Rolling in the deep" und "Love Story" (die Taylor-Swift Version) zur Auswahl. 

Homosexuelle gehen hier sehr offen mit ihrer Sexualität um, werden allgemeint "gays" gerufen und werden komplett akzeptiert, was ich gerade in einem so christlichen Land nicht erwartet hätte. Vor allem die Männer tragen gerne Highheels, schminken sich, haben lange Haare und sehen teilweise besser aus als die Mädchen... in der Bar gestern hat ein gay zu "let's get loud" getanzt und hatte den ganzen Applaus auf seiner Seite.

Es war ein sehr schöner Abend und ich habe mich zum ersten Mal hier ein wenig heimisch gefühlt.


Sonntag, 22. September 2013

Nudeltoast... (22.09.)

Wir sind heil in Davao angekommen, flächenmäßig handelt es sich um eine der größten Städte der Welt, aber sie ist nur spärlich bewohnt. Der Service am Flughafen in Manila ist die reinste Katastrophe, weil die Chinesen hier das Monopol über alle Reiseagenturen und Airlines haben. Und so flogen wir erst nach einer deutlichen Verspätung und einer Diskussion darüber, dass man Gitarren nicht einfach zum restlichen Gepäck schmeißt... außerdem fiel am Flughafen dauernd der Strom aus.
Dadurch, dass sonntags in der Familie quasi Ruhetag ist, waren wir heute hauptsächlich bei den Heumanns Zuhause und sind abends noch Lebensmittel einkaufen und Essen gegangen. Dabei habe ich es geschafft, durch zu viel reden und zu wenig aufpassen eine grüne Chilischote mitzuessen.... die Schärfe hat bestimmt 10 Minuten in meinem Mund angehalten und mir war sehr schwindelig.
Außerdem wimmelt es hier nur so von Moskitos, ich bin am ganzen Körper zerstochen.


Das heutige Frühstück/Mittagessen: Nudeltoast. Klingt und hört sich schlimmer an, als es schmeckt, aber täglich könnte ich das nicht essen.


Freitag, 20. September 2013

Lazy days und Shopping (19.09.+20.09.)

In den letzten beiden Tagen waren wir nicht wirklich produktiv... Herr Heumanns Geschäftstermine wurden nicht rechtzeitig bestätigt, also mussten wir umplanen. Wir schliefen sehr viel, spazierten durch die Stadt, gingen essen und besuchten -ganz wie die Einheimischen- die zahlreichen Shoppingsmalls in unserer Umgebung.


Die Schlange, um in eine andere Mall zu kommen, die direkt angrenzt. Dazu muss man sagen, dass ich das Bild vormittags aufgenommen habe und es noch nicht einmal Wochenende ist...
Vor jeder Mall findet eine "Sicherheitskontrolle" statt, die aber nicht wirklich ernst zu nehmen ist, weil der Scanner, durch den man läuft, bei jedem piept (weshalb auch niemand abgetastet wird). Und die Beamten, an denen man vorbeigeht, streicheln die Tasche quasi mit einem Drumstick-ähnlichen Stab oder einer Sicherheitskelle... sie untersuchen sie nicht, sie berühren sie nur...


Zu meiner sehr großen Freude gibt es hier vereinzelt Bubble-Tea Shops. Gebäck (wie der Muffin auf dem Bild) schmeckt etwas gewöhnungsbedürftig, weil gesalzene Butter verwendet wird und dann noch viel Zucker, um den Salzgeschmack zu überdecken.



Big city life... Makati ist das reichste Viertel in Manila. Derzeit ist es sehr bewölkt und es regnet oft, was mir als an deutsches Wetter gewöhnte Touristin aber ganz gut passt.


All you can eat bzw. all you must eat... was man sich genommen hat, muss man auch komplett aufessen, wenn man keinen Ärger haben will. Finde ich gut, immerhin wird nichts verschwendet... auch wenn man als experimentierfreudiger Mensch diese Regel manchmal verflucht. Hier wird generell ohne Messer gegessen. Die kleinen frittierten Krebse unten auf dem Teller werden komplett mit Schale gegessen und sind sehr lecker. Das Gemüse ist oft sehr mehlig, schwabbelig oder bitter. In der Hinsicht vermisse ich doch sehr das deutsche Essen...


Das Paradies für jede Frau! Man beachte den Pumps-Kronleuchter rechts oben im Bild.


Das ist schon jenseits von size zero.


Für jeden noch so unsinnigen Anlass gibt es Grußkarten... z.B. für vergessene Geburstage.


Die Gummibärchen hier erinnern eher an Wackelpudding und die Schokolade schmeckt strohig, weil keine Kakaobutter verwendet wird... das werden harte Zeiten...


Sogar H&M Klamotten werden gefaked.


Die Sentimo (=Cents) erinnern sehr an chinesische Münzen.


Morgen abend verlassen wir Manila und fliegen nach Davao/Panabo, wo ich den Rest meines Auslandsjahres (bis auf kleine Ausflüge) verbringen werde. Da es sich um eine andere Insel handelt, freue ich mich auf ein anderes Klima, eine andere Umgebung und eine andere Kultur.


Donnerstag, 19. September 2013

Makati und die Vorstadt (Teil 3) 18.09.

Wir kamen also schließlich (siehe Teil 1 und 2) bei Maries Schwester an, um dort den Geburtstag ihres Bruders zu feiern. Mein erster Gedanke war, dass das unmöglich ihr Zuhause sein kann. Kein fließendes Wasser, Strom nur zeitweise am Tag, zu fünft in einer winzigen Hütte, kaum Besitz, das Dach durchgerostet, wilde Hunde im Vorhof.


Rambutan (die philippinische Version der Litchi)- sehr lecker!


Die "Terasse" von Maries Schwester. Hier wird mit dem Gaskocher gekocht und gegessen (Sofa rechts).


Das Wohnzimmer. Der Boden ist eine Tischdecke, die auf dem Beton liegt. Dodoi spielt Basketball auf einen Ring, der an der Haustür befestigt ist (und stellt sich gut an, wenn er groß ist, wird er der nächste Michael Jordan).


Wieder das Wohnzimmer. Die türkise Komode ist die einzige Aufbewahrung, die sie haben und darin befindet sich alles, was sie besitzen- Kleidung, Schuhe, persönliche Gegenstände. Hinter dem hellen Vorhang links ist das Schlafzimmer für 5 Personen, ca. 2x3 m groß. Rechts hinter dem blauen Vorhang ein 1x1 m großer Raum, die Abstellkammer, in der Küchenutensilien und Töpfe stehen. Dahinter wiederum befindet sich die Toilette. Es gibt zwar eine Tiolettenschüssen, aber keine Spülung und kein Waschbecken, keine Dusche etc.


Fisch grillen- the pinay way! Sie improvisieren sehr sehr gut und kommen mit dem zurecht, was sie haben.


Die Kinder freuen sich sehr, wenn man Fotos von ihnen macht.


Die Denkerpose kennt man auch hier.


Das Festmahl: philippinischer Salat (Fleisch+Gurke+Paprika+Tomate), Fisch, Hühnchenstücke, Reis.


Das Geburtstagskind, Maries Bruder.


Wir haben eine Torte als Geburtstagsgeschenk mitgebracht, alle haben sich sehr darüber gefreut, weil es etwas besonderes ist. 


Zum Nachtisch gibt es lila Eis, was aber nicht künstlich eingefärbt wurde, Geschmack und Farbe stammen aus einer Knolle, die nur hier wächst.


Begeisterung über die "ice-cream".



Nur der Anfang eines lustigen Abends.


Es wird immer voller, aber dann borgt man sich halt einen Tisch vom Nachbarn und verfrachtet die Hälfte der Leute ins Wohnzimmer.


Das Geburtstagskind schneidet den Kuchen an und wird mit "Happy Birthday" besungen (jeder in anderer Tonhöhe und anderem Rythmus, aber es klappt).


Wir wissen alle, was ich von Kuchen halte.


Dodoi wird müde... links von ihm seine Mutter (Maries Schwester), rechts Dodois Schwester Andria.


Am Ende des Abends...


Heimfahrt mit einem Jeepney (das Bild habe ich auf dem Hinweg geschossen). Das ist ein Erlebnis für sich, weil es keine Türen und Fenster gibt und man sich gut festhalten muss, um nicht unfreiwillig das Fahrzeug zu verlassen. So komfortabel Taxifahren ist, im Jeepney lernt man mehr Leute kennen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein sehr ereignisreicher und schöner Tag war. Natürlich ist es im ersten Moment erschreckend zu sehen, in welchen Verhältnissen die Leute in der Vorstadt leben, vor allem, wenn man als Europäer an einen recht hohen Lebensstandard gewöhnt ist. Aber sie sind zufrieden mit dem, was sie haben, improvisieren im Notfall und scheinen sehr glücklich damit zu sein. Auch als Fremder wird man sofort aufgenommen und fühl sich schnell bei ihnen wohl und heimisch.