Freitag, 11. Oktober 2013

Hausbesuch (05.10.)

Vor ca. einer Woche besuchten wir einen Schüler unserer Schule bei sich zuhause, da eine Bekannte von Herr Heumann eine Patenschaft für ihn übernommen hatte und wir Fotos für sie und die Website der Stiftung machen wollten. Außerdem hatten wir einen Topf mit frisch gekochtem Porridge (Reiseintopf) und Lebensmittelspenden (Reis, Eier, Saft etc.) für die Familie dabei.

Es war erschreckend zu sehen, in welchen Verhältnissen der Junge und seine Familie leben. Die Hütten waren mehr als provisorisch und klapprig und hätten mit Sicherheit keinen Sturm überstanden, zudem gehört das Land, auf dem sie leben, nicht ihnen, sie müssen also jederzeit damit rechnen, ihr Zuhause zu verlieren. Tiere liefen überall frei herum (dementsprechend roch es und die Fliegen haben sich dort sehr wohl gefühlt) und das Wasser aus dem Brunnen hatte noch schlechtere Qualität als das ohnehin schon braune Leitungswasser. Bereits in der Schule fiel mir auf, dass der Junge und sein Bruder sehr schäbige Kleidung trugen und dass sie an den Armen starken Ausschlag/Ekzeme hatten.




 Für den Jungen im grünen T-Shirt wurde die Patenschaft übernommen. Er ist bei seiner Oma aufgewachsen (ganz rechts mit dem Baby auf dem Arm) und alle in der kleinen Siedlung sind Kinder, Enkel oder Urgroßenkel von ihr.


 Norly ist müde...





Die Übergabe der Lebensmittelspenden durch Herr Heumann. Links neben ihm steht Madame Annie, unsere Projektleiterin, ohne die das alles nicht möglich wäre.
















Sonntag, 6. Oktober 2013

The cottages

Neulich sind wir nachmittags noch zum Strand gefahren, weil Madame Annie für uns sehr aufwändig gekocht hatte. Die Umgebung war sehr schön, überall Palmen, kleine Hütten und Sand. Schade nur, dass das Wasser so schmutzig ist, sonst wäre das hier ein Paradies für Touristen.




Rhodgie und Norly. Und ganz viel Essen.








The cottages von außen, besonders fasziniert hat mich das parkende Auto, sowas sieht man hier nicht alle Tage...

Freitag, 4. Oktober 2013

Teacher's day! (03.10. + 04.10.)

Am 03.10. fand auf den Philippinen bundesweit der Teacher's day statt. Zunächst begann das Programm um 4 Uhr morgens Ortszeit mit dem "Fun Run", der aber ein absoluter Witz war, weil wir die einzigen waren, die wirklich gejoggt sind. Der Rest ging sehr langsam oder fuhr die Strecke (ca. 3-4 km) mit dem Motorrad (!)... und wir sprechen hier von jungen Lehrern, die nur in Ausnahmefällen über 30 sind.
 

Nach der Generalprobe (Zumba) am Abend zuvor (02.10.)


Nur als Demonstration der leeeicht beengten Klassenzimmer an öffentlichen Schulen (kurz vor dem Fun Run am 03.10. aufgenommen, das war der Startpunkt).


Meine Crew: hintere Reihe v.l.n.r. Rhodgie, Apple, Rodelyn, Norly, vorne links Marie, rechts Joy


Mit Apple und Rodelyn.

Bereits während des Laufens hatte ich gesundheitliche Probleme (Magenschmerzen und mir war sehr schwindelig) und je näher die Zumba-Performance am Zielort rückte, desto schlimmer wurde es. Ich habe dann aber kurz die Zähne zusammengebissen und es durchgezogen, schließlich hatten wir fast 2 Wochen vorher jeden Tag geprobt und ich konnte mein Team ja nicht im Stich lassen.

Am 04.10. haben wir dann nochmal Teacher's Day in der Life Enrichment School gefeiert, die Lehrer durften ihre "secret talents" vorführen (tanzen, singen, Playback singen) und die Eltern unserer Schüler haben getanzt. Gegen Ende haben die Schüler den Lehrern Geschenke und Blumen überreicht und obwohl ich erst seit kurzem hier unterrichte, hatte man auch an mich gedacht, worüber ich mich sehr gefreut habe.


Nein, niemand ist gestorben, ich war nur einfach sehr glücklich über die Anerkennung...


Mein "certificate of appreciation", überreicht durch Herr Heumann als Schulleiter.











Sonntag, 29. September 2013

Life Enrichment School for Children

Nachdem ich in den letzten Tagen hauptsächlich Freunde daheim besucht habe, beim Zumba war, mein Zimmer geputzt habe, die Broschüre der Lotus-Stiftung auf Englisch übersetzt habe und unterwegs war, folgen heute Bilder der Schule.



Der Blick aus der Tür der Office/Schneiderei, an die mein Zimmer angrenzt. Im Gebäude auf dem Bild ist die Ausbildungsbäckerei untergebracht und außerdem ein Schuppen.

 
Der Pavillon mit einem Dach aus Palmblättern, dort sitzen oft die Eltern der Schüler zum Reden und Warten


Der erste Pfad rechts führt zur Ausbildungsbäckerei und hinter den Bäumen sieht man rechts wieder den Pavillon. Vom Hauptweg geradeaus zweigen links jeweils die Klassenzimmer ab und das weiße runde Gebäude im Hintergrund ist die Bibliothek/Verwaltung.


Der Schulteich, von dem aus uns die Frösche immer abends besuchen kommen. Rechts wieder die Bäckerei, vom Hauptweg aus gesehen.


Eine Bank rund um den Baum, sie besteht aus Bambus und wurde extra für das Stiftungsjubiläum erneuert.
Man sieht den Hauptweg jetzt aus der anderen Richtung, im Hintergrund wieder Pavillon und Ausbildungsbäckerei.


Die Bibliothek/Verwaltung, hier befindet sich Annies Büro (Projektleitung) und hier sitzen die Lehrer immer zum Mittagessen oder bei Meetings.


Wieder vom Hauptweg aus, links Klassenzimmer, rechts der Weg zum Haupt-Gartentor und zur Bibliothek/Verwaltung.




Die Tür zum Kindergarten, der aber eher wie die Vorschule in Deutschland abläuft. Generell ist das System der Life Enrichment School am deutschen Bildungssystem orientiert. Es gibt vier Klassenzimmer- für Nursery/Kindergarten und jeweils für die Grades/Klassen 1-3. Für die Berufsausbildung wurden die Schneiderei und die Bäckerei (auf den Fotos zu sehen) gebaut und bald soll eine Schreinerei folgen.


Ein Klassenzimmer. Im Vergleich zu anderen Schule ist die Life Enrichment School sehr gut ausgestattet, außerdem sitzen hier -im Gegensatz zu den meisten öffentlichen Schulen mit 60 oder mehr Schülern pro Klasse- nur maximal 30 Kinder in einem Raum.

 



Donnerstag, 26. September 2013

Früchte und volles Programm

In den letzten Tagen durfte ich einige exotische Früchte probieren... es gibt sie hier fast das ganze Jahr über und das auch noch sehr günstig.


The Durian- auch Stinkfrucht genannt. Ich habe vor meiner Abreise ein südostasiatisches Kochbuch überflogen... der Geruch der Durianfrucht wurde dabei als der von "verfaulten Eiern, alten Gummireifen und stinkenden Socken, eingelegt in Terpentin" beschrieben und das trifft es ganz gut. Man kann sie geöffnet nicht in der Wohung herumliegen lassen, der Geruch ist überall.


Sie erinnert innen und außen sehr an eine Kastanie.


In der Mitte jedes Segments befindet sich ein großer Kern. Das Fruchtfleisch ist nicht fest oder faserig, sondern sehr cremig und weich und der Geschmack ist sehr eigenwillig und auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig.


The Marang. Auch hier muss man die einzelnen "Stücke" um den Kern herum abschlabbern, weil das Fruchtfleisch weich ist. Sie schmeckt hauptsächlich nach Zucker.


Die Frucht des Kakao-Baums. Inmitten des Fruchtfleisches, das süß und leicht säuerlich schmeckt, findet man die eigentliche Kakaobohne. My favorite...

Morgen findet in der Schule eine Feier anlässlich des 7. Jubiläums statt. Jede Klasse hat eine performance, Herr Heumann hält eine "inspiring speech", die Lehrerinnen tanzen und ich darf "Über den Wolken" spielen (weil sich viele ein deutsches Lied gewünscht haben.) 
Außerdem proben wir seit gestern jeden Abend eine Zumba-Performance, weil am 3. Oktober eine Art Wettkampf zwischen mehreren Schulen stattfindet und die Lehrer gegeneinander antreten. Davor (um drei Uhr morgens Ortszeit!) findet noch ein Lauf statt, tagsüber wäre es zu heiß dafür.



Montag, 23. September 2013

Panabo und Karaoke (22.09. + 23.09)

Montag früh fuhren wir mit dem Taxi nach Panabo, das ungefähr 60km von Davao entfernt ist. Hier ist die von der Lotus Stiftung gegründete "Life Enrichment School for Children" angesiedelt, in der ich bald unterrichten werde.

Panabo selbst ist sehr klein und eher ländlich. Bis zum Meer ist es nicht weit, aber die Strände hier sollen durch das verschmutzte Wasser der Slums nicht so schön sein. Herr Heumann hat aber geplant, am Wochenende mit der Familie an einen etwas entfernten Strand zu fahren, ich bin gespannt... dazu muss man sagen, dass die Filipinos selbst zum Schwimmen keine Bikinis tragen, sondern Shorts und T-Shirt, weil alle so konservativ sind.

Der erste Eindruck von der Schule war sehr gut, die Ausstattung ist (v.a. mit den anderen Schulen hier verglichen) sehr gut und wir wurden herzlich von den 120 Kindern empfangen. Zur Begrüßung nehmen sie die Hand des Gegenübers und führen sie an die Stirn, was eine Art Segnung darstellen soll.

Mit meinem Zimmer bin ich bisher sehr zufrieden, es ist zwar klein, aber hell, ich habe einen Ventilator (bitter nötig) und eine funktionierende (!) Deckenbeleuchtung. Um Internetverbindung zu haben, habe ich mir einen "Highspeed-Webstick" geleistet... highspeed ist daran aber wirklich nur der Preis.


Bilder vom Zimmer werden später folgen, weil ich derzeit noch mehrere Butikis (kleine Eidechsen, fast wie Geckos), viele Ameisen und noch mehr Moskitos als Mitbewohner habe und erstmal alles säubern und einigermaßen wohnlich gestalten will.


In der Schule gibt es einen Teich, weshalb einem nachts schonmal ein Frosch über den Weg läuft.

Die Lehrerinnen sind alle noch sehr jung (die Jüngste ist 21, die Älteste 30) und wirklich nett und herzlich. Sie möchten mir Bisaya/Visaya (den örtlichen Dialekt des Tagalogs) beibringen und im Gegenzug deutsch lernen. Montag Abend waren wir noch in einer Art Bar.


Ja, die Qualität ist furchtbar, aber man kann es erahnen.


Die Kolleginnen und das "Mädchen für alles" 


Red Horse Bier. Ist etwas sehr bitter, aber ganz erträglich.

Das Klischee hat sich bewahrheitet... In der Bar, in der wir waren, gab es NATÜRLICH eine Karaoke-Maschine und mir wurde erzählt, dass die Filipinos insbesondere und die Asiaten generell sehr gerne Karaoke singen, vorwiegend Liebesschnulzen (auf Tagalog). Gottseidank gab es für mich aber noch "Rolling in the deep" und "Love Story" (die Taylor-Swift Version) zur Auswahl. 

Homosexuelle gehen hier sehr offen mit ihrer Sexualität um, werden allgemeint "gays" gerufen und werden komplett akzeptiert, was ich gerade in einem so christlichen Land nicht erwartet hätte. Vor allem die Männer tragen gerne Highheels, schminken sich, haben lange Haare und sehen teilweise besser aus als die Mädchen... in der Bar gestern hat ein gay zu "let's get loud" getanzt und hatte den ganzen Applaus auf seiner Seite.

Es war ein sehr schöner Abend und ich habe mich zum ersten Mal hier ein wenig heimisch gefühlt.


Sonntag, 22. September 2013

Nudeltoast... (22.09.)

Wir sind heil in Davao angekommen, flächenmäßig handelt es sich um eine der größten Städte der Welt, aber sie ist nur spärlich bewohnt. Der Service am Flughafen in Manila ist die reinste Katastrophe, weil die Chinesen hier das Monopol über alle Reiseagenturen und Airlines haben. Und so flogen wir erst nach einer deutlichen Verspätung und einer Diskussion darüber, dass man Gitarren nicht einfach zum restlichen Gepäck schmeißt... außerdem fiel am Flughafen dauernd der Strom aus.
Dadurch, dass sonntags in der Familie quasi Ruhetag ist, waren wir heute hauptsächlich bei den Heumanns Zuhause und sind abends noch Lebensmittel einkaufen und Essen gegangen. Dabei habe ich es geschafft, durch zu viel reden und zu wenig aufpassen eine grüne Chilischote mitzuessen.... die Schärfe hat bestimmt 10 Minuten in meinem Mund angehalten und mir war sehr schwindelig.
Außerdem wimmelt es hier nur so von Moskitos, ich bin am ganzen Körper zerstochen.


Das heutige Frühstück/Mittagessen: Nudeltoast. Klingt und hört sich schlimmer an, als es schmeckt, aber täglich könnte ich das nicht essen.